Bayern

Boykott-Aufruf: Schirmherrin der Regensburger Schlossfestspiele zu 'rechtskonservativ'

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Bereits über 100 Kulturschaffende haben sich dem Boykott der Regensburger Schlossfestspiele angeschlossen. Der Vorwurf gegen die Schirmherrin Gloria von Thurn und Taxis: 'Rechtskonservative Radikalisierung' 

Bereits in der Vergangenheit gab es immer wieder Kritik gegen Gloria von Thurn und Taxis, aufgrund ihrer umstrittenen Aussagen. Doch einen Aufstand diesen Ausmaßes gab es noch nie. Über 100 Kulturschaffende rufen zum Boykott der Regensburger Festspiele auf. 

Schon 2019 stellte sich die bekannte Band "Revolverheld" gegen die Schirmherrin der Schlossfestspiele, Gloria von Thurn und Taxis, als diese sich gegen die Rettung von Flüchtlingen im Mittelmeer ausgesprochen hatte. Auf der Bühne der Schlossfestspiele nahmen sie dazu Stellung: "Wir spielen auf dem Grund einer Frau, mit deren Werten wir überhaupt nicht übereinstimmen.", so die Band. Nächstenliebe bedeute, jeden Menschen zu retten, egal welche Hautfarbe, Religion oder Herkunft. Man solle die Menschen mit offenen Armen aufnehmen, "und sie nicht im Mittelmeer elendiglich verrecken zu lassen." Mit dem Bezug zur Nächstenliebe, spielte die Band auf den starken christlichen Glauben von Thurn und Taxis. 

Das sagt Gloria von Thurn und Taxis zu den Vorwürfen

Solche vereinzelten Protestaktionen gab es schon häufiger. Jetzt aber schließen sich plötzlich über 100 Musiker, Schauspieler und Künstler zusammen, um die Schlossfestspiele zu boykottieren. "Lassen Sie es nicht zu, dass Kunst und Musik für die politische Propaganda der Schirmherrin missbraucht werden. Treten wir ihrem Hass Hand in Hand entgegen und zeigen ihr, dass es dafür in Regensburg und in den Künsten keinen Platz gibt.", so die Begründung für den Protest. 

Gloria von Thurn und Taxis
© Getty Images / oe24
× Gloria von Thurn und Taxis
Gloria von Thurn und Taxis bei den Schlossfestspielen 2018.

Auf Anfrage der "Süddeutschen Zeitung (SZ)" verteidigt sich Gloria von Thurn und Taxis: „Eine Gesellschaft, die für sich in Anspruch nimmt, divers und tolerant zu sein, sollte die freie Meinungsäußerung auch von den Menschen tolerieren, die nicht ihre eigene Meinung widerspiegeln" 

Blog gegen Gloria - "Thurn und toxisch"

Initiiert hat den Boykott-Aufruf Johann Höschl.  "Man darf die Augen nicht vor so einem extrem rechten, geschlossenen Weltbild verschließen", erklärt der Fotograf und Konzeptkünstler gegenüber der "SZ". Man wolle eine Diskussion entfachen.

Eine Diskussion gibt es jedoch schon länger. Immer wieder haben linkspolitische Lager, etwa das Bündnis Solidarische Stadt Regensburg oder die DGB-Jugend Oberpfalz, Kritik geäußert. Es gibt sogar einen eigenen Blog namens "Thurn und toxisch", in dem über die "Entgleisungen" der "Krawallnudel von Emmeram" berichtet wird. Laut den Blog-Betreiber sind das etwa die "Verteufelung" der Homosexualität, das Leugnen des Klimawandels, die Ablehnung der Abtreibung oder Hetze gegen Flüchtlinge. 

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