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Berlin

Geflügelpest:
Bereits 3.500 Tiere getötet

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Die Vogelgrippe breitet sich weiter im Nordosten Deutschlands aus. 

  • Derzeit wütet die Geflügelpest in Brandenburg
  • Bereits 3.500 Tiere mussten getötet werden
  • Sicherheitsvorkehrungen werden verschärft

Wie ein Sprecher des Schweriner Agrarministeriums am Dienstag sagte, sind den Veterinärbehörden in Mecklenburg-Vorpommern inzwischen 52 Ausbrüche und einige Verdachtsfälle von Geflügelpest bekannt. Dazu kommen einige Ausbrüche in der Region Meyenburg (Prignitz) und der Uckermark im Norden Brandenburgs. Auch von dort hatten Rassegeflügelzüchter am Wochenende 19./20. November an der Landesschau der Rassegeflügelzüchter in Demmin (Mecklenburgische Seenplatte) teilgenommen. Dort hatten sich die erste Tiere mit dem hochansteckenden H5N1-Virus infiziert.

Damit hat sich die Zahl der Vogelgrippe-Ausbrüche innerhalb einer Woche mehr als verdoppelt, hieß es. Betroffen sind alle sechs MV-Landkreise. Nur in der Hansestadt Rostock gebe es bisher keinen Fall. Bisher mussten laut Ministerium mehr als 3500 Enten, Hühner, Tauben und anderes Geflügel tierschutzgerecht getötet werden.

Genauer Ursprung unbekannt

Die Landesschau in Demmin hatte erstmals seit der Corona-Pandemie wieder stattgefunden. Dort hatten mehr als 200 Halter mit rund 2200 zum großen Teil wertvollen Zuchttieren auch seltener Rassen teilgenommen, darunter auch Züchter aus Nordbrandenburg.

Die genaue Ursache, wie das Virus in die Tierschau kam, ist laut Landkreis unklar und kann vielleicht auch nicht mehr aufgeklärt werden. So könne das H5N1-Virus über Streumaterial, Züchter, Tiere oder auch Besucher in Demmin eingetragen worden sein. Das Ansteckungsrisiko soll nach drei Wochen wieder sinken. Die Dynamik habe bisher noch nicht nachgelassen. Betroffen sind nicht nur Ausstellungstiere, sondern diese können das Virus auch in die heimischen Bestände tragen. Laut Ministerium ist bisher kein größerer gewerblicher Geflügelzuchtbetrieb betroffen. In Strasburg und in der Grenzregion zu Brandenburg gibt es Sperrbezirke. 

Stallpflicht derzeit nicht vorgesehen

Die Gefahr der Ausbreitung der Geflügelpestviren des Subtyps H5 bei Wildvögeln sowie einer Übertragung auf Geflügel und gehaltene Vögel, sei nicht mehr wie in den vergangenen Jahren saisonal begrenzt, teilte das Ministerium mit. Alle Geflügelhalter sollten strenge Sicherheitsvorkehrungen einhalten. Eine Stallpflicht sei derzeit aber nicht vorgesehen. 

2021 hatte es einen der schwersten Ausbrüche in Brandenburg gegeben. Insgesamt mussten damals rund 159.000 Tiere getötet werden. Die Geflügelpest - umgangssprachlich Vogelgrippe genannt - beunruhigt vor allem die Landwirte. Die Geflügelwirtschaft hofft auf die Entwicklung eines Impfstoffes. Die hoch ansteckenden Viren werden unter anderem von Zugvögeln verbreitet.
 

Quelle: dpa

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