Aktion der "Letzten Generation" in Mainz

Berlin

Wieder Blockaden von Klima-Klebern in Berlin

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Klimaaktivisten der Gruppe «Letzte Generation» haben am Montagmorgen wieder wichtige Autobahnauffahrten in Berlin blockiert. Die Polizei war an sechs Orten im Einsatz, die bis zum späten Vormittag erst zum Teil geräumt waren.

Berlin. Nach einer erneuten Protesaktion der Gruppe in der Hauptstadt wurden nun Forderungen nach schärferen Mitteln als Gegenmaßnahme laut. Die Gewerkschaft der Polizei plädierte für die Option eines Gewahrsams von bis zu sieben Tagen.

Die «Letzte Generation» demonstriert seit knapp einem Jahr fast täglich für eine radikale Klimawende - mit Blockadeaktionen auf Straßen, wo sich Aktivisten auf der Fahrbahn festkleben, aber auch in Museen, Fußballstadien, Ministerien und auf den Rollfeldern von Flughäfen. Die Gruppe selbst berichtete am Montag, man habe in Berlin an fünf Orten Auffahrten blockiert; zudem habe sich ein 72 Jahre alter Mann auf einer Schilderbrücke über eine Autobahn festgekettet.

CDU fordert harte Linie

Die Gruppe fordert für besseren Klimaschutz unter anderem Tempo 100 auf Autobahnen, ein Neun-Euro-Ticket und generell die Abkehr von fossilen Energien wie Öl, Gas und Kohle. Der evangelische Bischof Christian Stäblein rief im rbb24 Inforadio dazu auf, sich mehr mit den Anliegen auseinanderzusetzen und ins Gespräch zu kommen. Das bedeute nicht, Rechtsbruch zu legitimieren. Doch habe die Gesellschaft beim Klimaschutz eine gewisse Behäbigkeit gezeigt.

CDU-Fraktionschef Kai Wegner forderte hingegen eine harte Linie. München gehe konsequent gegen die «Klima-Kleber» vor. Dort seien deren Protestaktionen auf für Rettungsdienste wichtigen Straßen, an Brücken oder Autobahnen verboten. «Die Berliner Innensenatorin sollte es genauso in Berlin anordnen», erklärte Wegner.

Polizei für "Ingewahrsamnahme"

Auch die Gewerkschaft der Polizei meinte, es sei Aufgabe der Politik, den sozialen Frieden zu sichern. Sprecher Benjamin Jendro sagte: «Die Möglichkeit der Ingewahrsamnahme für vier oder sieben Tage würde seinen Teil dazu beitragen und verhindern, dass unsere Kollegen bei Wind und Wetter mit bürgerfreundlicher Kommunikation und reichlich Speiseöl jeden Tag aufs Neue ausrücken müssen.» Das Speiseöl dient zum Lösen des Klebstoffs an der Fahrbahn.

 

Quelle: dpa

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