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Wirecard: Prozess startet am Donnerstag

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Einer der spannendsten Prozesse, den Deutschland je erlebt hat, wird an diesem Donnerstag, 8. Dezember, am Landgericht München 1 starten. 

Es geht um den milliardenschweren Zusammenbruch des Zahlungsdienstleisters Wirecard vor zwei Jahren. Mehr als 3 Milliarden Euro – laut den Gläubigern sogar 12,4 Milliarden Euro - sind spurlos verschwunden. 22,5 Milliarden war Wirecard einmal an der deutschen Börse im DAX wert – heute ist es pleite.

Sagenhafte 100 Verhandlungstage sind in der „Causa Wirecard“ anberaumt. Die Anklage umfasst 474 Seiten.

„Den Beschuldigten war spätestens ab Ende 2015 bewusst“, schreibt der Staatsanwalt, „dass die Wirecard AG mit dem tatsächlichen realen Geschäft nur Verluste erwirtschaftete, was letztlich in einer Insolvenz münden musste.“

Schwere Vorwürfe gegen die Angeklagten

Auf der Anklagebank sitzt der Österreicher Markus Braun, als Wirecard-Chef seinerzeit einer der gefeiertesten Manager Deutschlands. Mit ihm sind seine beiden Stellvertreter Stephan E. und Oliver B angeklagt. Ihnen wird Marktmanipulation, Bilanzfälschung,, schwere Untreue und Bandenbetrug vorgeworfen.

Auf der Anklagebank fehlt freilich die schillerndste Figur dieses Börse-Kriminalfalls: Der frühere Wirecard-Vorstand Jan Marsalek, 42. Der Manager, der 2,7 Millionen Jahresgehalt bezog, wurde am 18. Juni 2020 gefeuert – wegen Ungereimtheiten in Milliardenhöhe.

Seither ist Jan Marsalek verschollen. Eigentlich wollte er auf die Philippinen reisen, um das fehlende Geld aufzustellen. In Wahrheit bestieg er am 19. Juni im österreichischen Bad Vöslau bei Nacht und Nebel einen Privatflieger, der ihn nach Minsk in Weißrussland brachte.

Von Weißrussland soll Marsalek nach Moskau weitergereist sein. Dort versteckt ihn angeblich der russische Inlandsgeheimdienst FSB in einer abgesperrten Nobel-Wohnstraße russischer Milliardäre außerhalb von Moskau.

Ohne Marsalek wird der Prozess schwierig – aber unglaublich spannend. Donnerstag geht’s los. 

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