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Amoklauf auf Zeugen Jehovas: Um 21:15 eröffnete Philipp F. (35) das Feuer

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Am Donnerstagabend fallen im Hamburger Stadtteil Alsterdorf mehrere Schüsse. Bei dem Angriff in einem Gebäude der Zeugen Jehovas sterben nach Abgaben der Polizei acht Menschen, viele werden verletzt.  

Bei den Schüssen in einem Gebäude der Zeugen Jehovas in Hamburg sind nach Angaben der Polizei vom Freitagmorgen acht Menschen tödlich verletzt worden. Unter den Toten sei "offenbar auch der mutmaßliche Täter" Philipp F. (35), wie die Polizei Hamburg mitteilte. "Weitere Menschen wurden durch die Tat zum Teil schwer verletzt", hieß es weiter.

Die Spurensicherung am Tatort ging am Morgen weiter. "Im Moment laufen hier die Übergaben. Das ist alles im Fluss", sagte ein Polizeisprecher. Während einer Veranstaltung im Gebäude der Gemeinde waren am Donnerstagabend Schüsse gefallen.

Mutmaßlicher Täter war wohl Ex-Mitglied der Zeugen Jehovas 

Mehrere Medien hatten über die Zahl der Opfer berichtet, dabei war zunächst von sechs bis acht Personen die Rede. Am Freitagmorgen schrieb die Polizei auf ihrer Internetseite: "Es wurden nach jetzigem Stand (10.03.2022, 07:32 Uhr) 8 Personen tödlich verletzt, darunter offenbar auch der mutmaßliche Täter." Nach Informationen aus Sicherheitskreisen stufte die Polizei die Tat als Amoklauf ein.

Der "Spiegel" berichtete, dass es sich beim mutmaßlichen Täter Philipp F. um ein ehemaliges Mitglied der Zeugen Jehovas handeln soll. Weiter berichtete das Magazin von einer Pistole als Tatwaffe. Die Polizei konnte am Freitagmorgen dazu jedoch keine Angaben machen - weder zu dem mutmaßlichen Täter oder zum genauen Tathergang. Laut der Homepage von Philipp F. wuchs er in Kempten im Allgäu auf. Seine Eltern erzogen ihn streng gläubig. 

Bundeskanzler Scholz: „Brutale Gewalttat"

Die Hamburger Innenbehörde, die Staatsanwaltschaft und die Polizei wollen am Freitagmittag mehr Details bekannt geben. Eine Pressekonferenz ist für 12.00 Uhr im Polizeipräsidium am Bruno-Georges-Platz geplant. Darin werden voraussichtlich der Innensenator Andy Grote, ein Vertreter der Hamburger Staatsanwaltschaft, der Polizeipräsident Ralf Martin Meyer sowie der Leiter der Schutzpolizei, Matthias Tresp, sprechen.

Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) hatte den Angriff in einem Tweet als brutale Gewalttat bezeichnet. "Schlimme Nachrichten aus #Hamburg. Mehrere Mitglieder einer Jehova-Gemeinde sind gestern Abend einer brutalen Gewalttat zum Opfer gefallen", postete er am Freitagmorgen über den Regierungsaccount auf Twitter. "Meine Gedanken sind bei ihnen und ihren Angehörigen. Und bei den Sicherheitskräften, die einen schweren Einsatz hinter sich haben." Die Polizei äußerte sich bislang noch nicht detailliert zu den Opfern.

Tiefe Betroffenheit bei den Zeugen Jehova

Die Zeugen Jehovas zeigten sich "tief betroffen". "Unser tiefes Mitgefühl gilt den Familien der Opfer sowie den traumatisierten Augenzeugen. Die Seelsorger der örtlichen Gemeinde tun ihr Bestes, ihnen in dieser schweren Stunde Beistand zu leisten", hieß es in einem Statement auf der Website der Gemeinschaft.

Am frühen Morgen sicherte die Polizei vor, hinter und in dem dreigeschossigen Gebäude noch weiter Spuren. An der Außenseite des Gebäudes haben die Ermittler noch in der Nacht zahlreiche kleine Nummerntafeln aufgestellt, um Spuren der Gewalttat zu markieren. Am Morgen war auch ein 3D-Scanner im Einsatz, um den Tatablauf zu dokumentieren. Der Eingang zu dem Gebäude der Zeugen Jehovas war am Morgen mit einem Sichtschutz abgedeckt.

Ein erster Leichenwagen war gegen 8.00 Uhr am Tatort vorgefahren. Gegen 6.00 Uhr wurde der Verkehr auf der viel befahrenen Straße Deelböge wieder freigegeben.

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