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Pflegeheim: 110 Senioren müssen Platz machen für Flüchtlinge

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Erst kürzlich schlug der angekündigte Rauswurf von Mietern, die Platz für Geflüchtete machen müssen, Schlagzeilen. Jetzt wurde bekannt, dass ein Pflegeheim zu einer Flüchtlingsunterkunft werden soll. 

Ein Altenpflegeheim in Berlin, welches zur Johannesstift-Diakonie gehört, kündigte 110 Bewohnern überraschend den Pflegeplatz. Die Unterbringung von Flüchtlingen ist aufgrund öffentlicher Zuschüsse lukrativer, wie der "Focus" berichtet. 

Das Altenpflegeheim "Wohnen & Pflege Schillerpark" im Berliner Bezirk Wedding wird wohl in seiner derzeitigen Form keine Zukunft mehr haben. Das Paul Gerhard Stift meldete bereits 2021 Eigenbedarf für das Gebäude an, wie eine Sprecherin der Berliner-Johannisstift-Diakonie gegenüber dem "Focus" bestätigt. 

Besonders brisant: Die Erklärung, in der die "Schließung" des Pflegeheimes angekündigt wird, liest sich, als ob die Entscheidung dafür von der Johannesstift-Diakonie gekommen sei. Die Anmeldung für den Eigenbedarf des Paul Gerhard Stifts wird nicht erwähnt. Ebenso wird angegeben, man habe sich Ende 2021 auf eine "Gebäudenutzung" bis Ende 2024 geeinigt, doch eigentlich liefe der Mietvertrag des Gebäudes noch bis 2031, wie der "Focus" erfuhr. 

Flüchtlingsunterkunft lukrativer als Pflegeheim

 Am Ende des Schreibens betont der Pfarrer und Stiftsvorsteher die „jahrzehntelange Erfahrung" in der Geflüchteten Arbeit und kündigt an, das Gebäude ab Ende 2022/23 auch für genau diesen Zeck zu erweitern. 

Als möglichen Grund für diese einschneidende Entscheidung, die wohl auf drängen des Paul Gerhard Stifts getroffen wurde, nennt man die finanzielle Attraktivität, die so ein Unterfangen mit sich bringt. Im Gegensatz zu Pflegeheimen, werden Flüchtlingsunterkünfte vom Land großzügig bezuschusst. Kostenintensive Pflegeheime könnten wohl nicht so schnell schwarze Zahlen schreiben. 

Bereits zum Jahresende haben knapp die Hälfte der Bewohner das Heim verlassen müssen. Die andere Hälfte müsse bis Ende 2023 gehen. Allen Bewohnern wurde laut "Focus" angeboten, in eine andere Pflegeeinrichtung der Johannesstift-Diakonie zu ziehen. „Dies wurde zu unserem großen Bedauern nur begrenzt wahrgenommen, hauptsächlich wegen der dadurch entstehenden fehlenden räumlichen Nähe zu Angehörigen.“, so Lilian Rimkus, Sprecherin des Johannesstifts, gegenüber dem "Focus".

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