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Warnstreiks in Galeria-Filialen gehen weiter

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Verdi hatte für Mittwoch Beschäftigte in fünf Bundesländern zu Arbeitsniederlegungen aufgefordert. Alle Warenhäuser blieben aber nach Unternehmensangaben geöffnet.  

Berlin/Essen. Aus Protest gegen den harten Sanierungskurs beim insolventen Warenhaus-Konzern Galeria Karstadt Kaufhof haben am Mittwoch erneut Beschäftigte in zahlreichen Filialen die Arbeit niedergelegt. Die Gewerkschaft habe Galeria-Mitarbeiter in knapp 30 Filialen in Bayern, Berlin, Hessen, Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz zu Warnstreiks aufgerufen, sagte Verdi-Verhandlungsführer Marcel Schäuble der Deutschen Presse-Agentur. Ein Unternehmenssprecher berichtete von Arbeitsniederlegungen in 22 Filialen. Er betonte aber auch: "Alle Warenhäuser sind offen, und so wird es auch bleiben."

Bereits am Karsamstag hatten nach Gewerkschaftsangaben knapp 1000 Galeria-Beschäftigte in Hamburg, Baden-Württemberg und Hessen die Arbeit niedergelegt. Hintergrund der Protestaktionen ist der von den Gläubigern gebilligte Sanierungsplan für das Unternehmen. Er sieht bundesweit die Schließung von 47 der 129 Filialen vor, was den Verlust von etwa 4000 Arbeitsplätzen bedeuten würde.

Verdi begründete die Warnstreiks allerdings nicht mit dem Sanierungsplan, sondern mit festgefahrenen Tarifverhandlungen für die derzeit noch rund 17 000 Beschäftigten. Die Gewerkschaft verlangt unter anderem die Anerkennung der regionalen Flächentarifverträge des Einzelhandels sowie den Insolvenzschutz für Zeitgutschriften und Zahlungsansprüche, die nicht mit der monatlichen Vergütung fällig sind.

"Die Belegschaften stecken seit vielen Jahren Geld in die Sanierung des Unternehmens und verzichten auf bis zu 5500 Euro jedes Jahr", sagte Schäuble. Dass die Arbeitgeber jetzt erneut Lohnverzicht forderten, bringe Menschen bei Galeria auf die Straße.

Der Galeria-Vorstand hatte Pläne für Warnstreiks kritisiert. "Die geplanten Streikmaßnahmen sind offensichtlich rechtswidrig und drohen ruinöse Schäden zu verursachen, für die Sie haftbar zu machen wären", schrieben Konzernchef Miguel Müllenbach und der Galeria-Generalbevollmächtigte Arndt Geiwitz an die Verdi-Spitze. Der Brief lag dem Portal "Business Insider" vor. Beide Chefs erinnerten daran, dass sich Galeria nach wie vor in einem Insolvenzverfahren und einer "existenziellen Krisensituation" befinde.

Die Tarifverhandlungen sollen Ende April fortgesetzt werden.

 

Quelle: dpa

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