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RACHE! Döpfner-Chats kamen von Ex-BILD-Chef Reichelt

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Die in der "Zeit" veröffentlichten "internen" SMS-Nachrichten von Springer-Chef Matthias Döpfner stammen vom ehemaligen BILD-Chefredakteur Julian Reichelt, da sind sich fast alle Springer-Insider einig. Sie sind Reichelts "eiskalte" Rache für eine ihm von Döpfner angedrohte Millionenklage. 

Hinter den peinlichen SMS-Chats von Springer-Chef Matthias Döpfner steht sein ehemals bester Freund und wichtigster BILD-Chefredakteur Julian Reichelt. Die Story hinter den von der "Zeit" veröffentlichten privaten Chat-Nachrichten des Milliarden-schweren Springer-Vorstandschef liest sich wie ein Medien-Thriller:

Julian Reichelt war einst als BILD-Chefredakteur "His Masters Voice", der wichtigste Angestellte von Springer-Vorstand Matthias Döpfner. Dann wurden plötzlich Vorwürfe laut, Reichelt hätte mit mehreren Jung-Redakteurinnen in der BILD-Redaktion sexuelle Verhältnisse gehabt. Springer-Chef Döpfner leitete eine hausinterne Compliance-Untersuchung ein, betrachtete die Vorwürfe danach als "widerlegt" und ließ Reichelt weiter die BILD gestalten. Doch als die "New York Times" Protokolle zu den Vorwürfen veröffentlichte, bekam der Springer-Boss Döpfner kalte Füße, weil er gerade in den USA zwei Mega-Käufe von "Politico" und "Insider" plante und die "New York Times" mit Reichelts "Springer-Sex-Affäre" diesen Kauf torpedieren konnte - "eiskalt" feuerte Döpfner seinen einstmals besten Freund Reichelt noch am Tag der "Times"-Veröffentlichung und rettete damit seinen US-Deal.

Springer-Verlag prüft Millionen-Klage gegen Reichelt

Reichelt musste BILD und Springer in Schande verlassen, fiel ins Bodenlose, hat bis heute keinen neuen Job, versammelt aber auf You Tube mit regierungs-kritischen Kommentaren Hunderttausende Fans.

Anfang dieser Woche berichtete der "Spiegel" dann: Ein Jahr nach dem Reichelt-Rauswurf prüfe der Springer-Verlag gegen den Ex-BILD-Chefredakteur eine "Millionen-Klage". Hintergrund laut Insidern: "Springer-Chef Döpfner plant mit Juristen mehrere Klagen gegen Julian Reichelt. Döpfner will in Klagen feststellen, dass Reichelt Dokumente und interne Informationen aus seiner Zeit als BILD-Chef mitgenommen oder nicht gelöscht hat und sie nun zum eigenen Vorteil nutzt. Auch würde Reichelt für eine von ihm geplante Webseite BILD-Mitarbeiter abwerben. Beides wollte Springer gegen Reichelt mit Millionen-Pönale einklagen."

Rache-Reaktion von Reichelt

Die Reaktion von Reichelt: Er gab offenbar zahlreiche SMS, die ihm Döpfner in seiner Zeit als BILD-Chefredakteur - teilweise auch privat, teilweise dienstlich inklusive der für Döpfner "tödlichen" Anweisung im letzten Wahlkampf, in der BILD die FDP "hochzuschreiben" - an die "Zeit" weiter. Und bringt damit nun möglicherweise auch Matthias Döpfner zu Fall.

Denn Mehrheits-Eigentümer von Springer ist der weltweite Finanz-Fonds KKR, der mit Hunderten Millionen bei Springer investiert ist und aufgrund der schlechten Performance von BILD und WELT, aber auch von "Politico" und "Insider" in den USA ohnehin um sein Geld fürchtet. Die Amis fackeln üblicherweise nicht lange, wenn jemand durch private Affären, Indiskretionen oder Compliance-Verstöße den Ruf ihrer Unternehmen ins Negative zieht.

KKR soll auf Rücktritt von Döpfner drängen

Im Fall von Döpfner soll KKR bereits seit Freitag auf einen freiwilligen Rücktritt von Döpfner als Springer-Vorstandschef drängen. Die Forderung von KKR hinter den Kulissen: Döpfner soll mit über 22 % Anteilen zwar größter privater Springer-Eigentümer bleiben, aber er soll die operative Konzernführung abgeben. Doch: Döpfner will nicht weichen, er will den härtesten Kampf seines Lebens durchfighten - und am Ende doch noch gewinnen.

Wenn Döpfner abtreten muss, hätte Ex-BILD-Chef Julian Reichelt die brutalste Rache der Medien-Szene inszeniert - und nach seinem eigenen Sturz auch den seines Ex-Freundes Döpfner inszeniert... 

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