Politik

AfD-Politiker wirft Migranten aus Zug und beschimpft sie als ''Pack''

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Ein Video des bayerischen AfD-Landtagsabgeordneten Ralf Stadler, das eine Auseinandersetzung Stadlers mit zwei Migranten in einem Zug zeigt, sorgt für Wirbel.

Passau. Stadler postete die Sequenz selbst auf seinen Social-Media-Kanälen, er bezeichnete den Mann und die Frau dort unter anderem als "Pack". Am Ende ist zu sehen, wie Stadler den Mann, der gemeinsam mit der Frau eine der Zugtüren blockiert hatte, aus dem Zug auf den Bahnsteig schieben will.

Migranten hatten Zug an Weiterfahrt gehindert

Der Vorfall ereignete sich nach Worten Stadlers am Dienstag auf einer Zugfahrt von München nach Passau. Es habe eine Auseinandersetzung zwischen dem Paar und dem "Schaffner" gegeben, sagte er am Mittwoch auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur. Als der Zug dann in Moosburg angehalten habe, hätten die beiden minutenlang eine der Türen blockiert und den Zug so am Weiterfahren gehindert. Schließlich habe er den Mann mit der Hand "weggedrückt", der Zug habe letztlich weiterfahren können. Stadler forderte deshalb Begleitpersonal - Polizei - in den Zügen, um derartige Zwischenfälle zu vermeiden.

"Das sind diese Neubürger", schimpft Stadler in dem Video mehrmals, an einer Stelle spricht er von "solchen" Leuten und "Messerstechern". Überschrieben hat er einen Teil seiner Videosequenz mit: "Die Mitarbeiter der Bahn sind diesem Pack völlig hilflos ausgeliefert!"

 

 

 

Landtagspräsidentin Ilse Aigner (CSU) sagte der Mediengruppe Bayern: "Niemand darf einen Zug anhalten – das geht gar nicht. Aber ein Abgeordneter sollte Vorbild sein, darf keine Leute als "Pack" beschimpfen, pauschal gegen alle Migranten hetzen, handgreiflich werden und Gewalt ausüben. Herr Stadler hätte Ruhe bewahren und die Polizei rufen müssen, anstatt sich selbst zu inszenieren." 

Ein Sprecher der Bundespolizei in München und ein Sprecher des Polizeipräsidiums Oberbayern Nord sagten der Mediengruppe Bayern, weder der Landes- noch der Bundespolizei sei der Zwischenfall von dem betroffenen Zugbegleiter oder einem Fahrgast gemeldet worden. Die Polizei habe lediglich Kenntnis von der Auseinandersetzung aufgrund des in den sozialen Medien geposteten Videos. Dieses werde nun gesichtet und bewertet, hieß es vom Präsidium Oberbayern Nord.

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