Politik

Bei Markus Lanz: Russische Journalistin mit Frontalangriff gegen Wagenknecht

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Am Freitag vor einem Jahr marschierten die ersten russischen Truppen in der Ukraine ein. Bei Markus Lanz ging es genau um dieses Thema und Sahra Wagenknecht wurde dabei scharf von einer russischen Journalistin kritisiert. 

Die Linken-Politikerin Sahra Wagenknecht stuft die von Russland angekündigte Aussetzung des letzten großen Atom-Abrüstungsvertrags als angsteinflößend und gefährlich ein - hält aber dennoch Verhandlungen mit Kremlchef Wladimir Putin über ein Ende des Ukraine-Kriegs für realistisch. "Wir gehen in eine Welt, wo immer mehr hochgerüstet wird", sagte sie am Dienstag in der ZDF-Sendung "Markus Lanz" mit Blick auf Putins Rede zur Lage der Nation. Darin hatte er die befristete Abkehr vom "New-Start"-Abrüstungsvertrag mit den USA verkündet.

Putin habe eine "Kriegsrede" gehalten, sagte sie. Doch seien die jüngsten Signale des US-Präsidenten Joe Biden "genauso gefährlich". "Er geht nach wie vor nur den militärischen Weg." Es gebe keine diplomatische Initiative der USA und kein Angebot. "Damit schaukelt sich das beidseitig immer mehr hoch." Das könne sich aber diese Welt, die voller Atomwaffen sei, nicht leisten.

Sahra Wagenknecht von Putin bezahlt?

Dafür gab es von der russischen Journalistin Marina Owsjannikowa, die dadurch bekannt wurde, dass sie in einer Sendung des halbstaatlichen Russen-Propaganda-Senders „Perwy kanal" mit einem Antikriegsplakat stürmte, scharfe Kritik. „Seit 2014 habe ich das Gefühl, dass Sahra Wagenknecht von Putin bezahlt wird. Weil mit wem sollen wir hier verhandeln? Sie wollen hier verhandeln mit einem Kriegsverbrecher, der das ukrainische Volk ausrottet. Und das eigene Volk ausrottet. Das, was jetzt in der Ukraine stattfindet, ist Völkermord. Putin rottet das ukrainische Volk aus und auch das russische. Deswegen muss man diesen Menschen dem Kriegstribunal überstellen und des Landesverrates beschuldigen.", so die Journalistin. 

Wagenknecht konterte: „Dann verbreitet auch der Papst, der brasilianische Präsident und die RAND-Corporation Putins Propaganda!" Selbst Markus Lanz ergreift hier Partei und stellt sich hinter Wagenknecht. „Ich bin mir ganz sicher, dass hier jemand sitzt, der sicher nicht von Putin bezahlt wird. Dafür lege ich meine Hand ins Feuer", so Lanz, bei dem gestern bekannt wurde, dass er und seine Ehefrau sich getrennt haben. DE24LIVE berichtete.

Für Verhandlungen plädieren, ohne Krieg gutzuheißen

Wagenknecht sagte, man könne für Verhandlungen plädieren, ohne den russischen Angriffskrieg gutzuheißen. Es gebe eine Verantwortung des Westens, darauf zu drängen, dass es Gespräche gibt.

Putin hatte allerdings in seiner Rede kurz vor dem ersten Jahrestag des von ihm angeordneten Einmarschs in die Ukraine keine Bereitschaft zu Verhandlungen erkennen lassen. Vielmehr sagte er einmal mehr, in der Ukraine sei ein "Neonazi-Regime" an der Macht, das abgelöst werden müsse. Die "militärische Spezialoperation", als die Moskau den Krieg bezeichnet, werde fortgesetzt. Dem Westen gab er überdies die Schuld an dem Krieg.

Die Regierung in Kiew wiederum hat Gespräche mit Putin bereits im September per Dekret ausgeschlossen - eine Reaktion darauf, dass Moskau zuvor die nur zum Teil von russischen Truppen kontrollierten ukrainischen Gebiete Cherson, Saporischschja, Donezk und Luhansk formell annektiert hatte. Mit der bereits 2014 annektierten Schwarzmeerhalbinsel Krim steht knapp ein Fünftel des ukrainischen Staatsgebiets unter russischer Kontrolle.

Wagenknecht hat Mitte des Monats zusammen mit der Feministin Alice Schwarzer ein "Manifest für Frieden" veröffentlicht, das auf viel Kritik stieß. Der ehemalige ukrainische Botschafter in Deutschland, Andrij Melnyk, hatte die beiden daraufhin "Handlangerinnen Putins" genannt.

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