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Bundeswehr im Sudan startet Evakuierung von deutschen Staatsbürgern

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Die Lage im Sudan hat sich binnen Tagen dramatisch verschärft. Nun wird die Bundeswehr eingesetzt. Soldaten beginnen in dem Land eine Rettungsmission und sollen nun deutsche Staatsbürger evakuieren.  

Berlin. Die Bundeswehr hat am Sonntag im Sudan einen Einsatz für die Evakuierung deutscher Staatsbürger begonnen. Für die Rettungsmission flog die Luftwaffe nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur mit Militärtransportern in das von Kämpfen erschütterte Land. Die Bundesregierung und andere westliche Staaten haben eine militärisch geschützte Rettungsaktion seit Tagen vorbereitet. Die Bundeswehr verlegte dafür mehrere hundert Fallschirmjäger mit Waffen und Material aus Deutschland nach Jordanien.

Bundeswehr und Auswärtiges Amt koordinierten am Sonntag gemeinsam eine laufende Evakuierung​soperation "für die Deutschen vor Ort in Abstimmung mit unseren Partnern", schrieb das Verteidigungsministerium auf Twitter. "Unser Ziel ist, in dieser gefährlichen Lage in Sudan so viele Staatsangehörige wie möglich aus Khartum auszufliegen." Im Rahmen der Möglichkeiten sollen demnach auch EU-Bürger und weitere Staatsangehörige mitgenommen werden.

Mehr als 150 Staatsbürger im Sudan

Es geht nach aktuellem Stand insgesamt um die Rettung einer niedrigen dreistelligen Zahl deutscher Staatsbürger, die aber größer als 150 sei, wie ein Sprecher des Auswärtigen Amts am Freitag erklärt hatte. Man kontaktiere die Menschen regelmäßig, allerdings nähmen die Probleme von Tag zu Tag zu. In der Hauptstadt Khartum hat sich die Versorgungslage seit dem Beginn der Kämpfe dramatisch entwickelt. Es fehlen Wasser und Lebensmittel, Stromabschaltungen behindern zunehmend die Kommunikation.

Die Botschaft in Khartum und das Auswärtige Amt gab den Deutschen im Sudan genaue Handlungshinweise in einem sogenannten Landsleutebrief, der der Deutschen Presse-Agentur vorlag. Hingewiesen wurde auf Gefahren bei der Vorbereitung der Evakuierung. Die Details sollten nicht öffentlich werden.

Bürgerkrieg ausgebrochen

Im Sudan sind vor einer Woche schwere Kämpfe zwischen den zwei mächtigsten Generälen des Landes und ihren Einheiten ausgebrochen. Die zwei Männer führten das Land im Nordosten Afrikas mit rund 46 Millionen Einwohner seit zwei gemeinsamen Militärcoups 2019 und 2021. De-facto-Präsident Abdel Fattah al-Burhan, der auch Oberbefehlshaber der Armee ist, kämpft mit dem Militär gegen seinen Stellvertreter Mohammed Hamdan Daglo, den Anführer der mächtigen paramilitärischen Gruppe Rapid Support Forces (RSF). Eigentlich hätten die RSF der Armee unterstellt und die Macht im Land wieder an eine zivile Regierung übertragen werden sollen.

Der Flughafen in der Hauptstadt Khartum stand seit Ausbruch der Gewalt im Zentrum der Kampfhandlungen. Internationale Diplomaten bemühten sich immer wieder um eine belastbare Feuerpause. Am Mittwoch war der Versuch einer diplomatischen Evakuierung mit Maschinen der Luftwaffe, aber ohne größeren Einsatz von Soldaten abgebrochen worden, weil die Sicherheitslage in Khartum als zu gefährlich eingeschätzt wurde. In Berlin tagt täglich ein Krisenstab.

Die Bundeswehr traf vor Tagen schon Vorbereitungen für einen neuen Anlauf zur Evakuierung deutscher Staatsbürger und weiterer zu schützender Personen. Ein Sprecher des Verteidigungsministeriums hatte am Freitag in Berlin erklärt: "Dabei steht der Schutz unserer Staatsbürger im Sudan im Vordergrund." Details zu Umfang, Personal und Material möglicher Evakuierungskräfte nannte er nicht.

 

 

Quelle: dpa

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