Politik

Höchstmögliche Auszeichnung für Merkel sorgt für Empörung - und Lob

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Die ehemalige Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) wird am Montag mit der höchstmöglichen Auszeichnung Deutschlands geehrt. 

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier zeichnet sie mit dem Großkreuz des Verdienstordens der Bundesrepublik in besonderer Ausführung aus. Die Gegenzeichnung durch Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) sei erfolgt, teilte das Bundespräsidialamt am Sonntag mit. Scholz will an der Zeremonie im Schloss Bellevue teilnehmen.

Bislang erhielten diese höchste mögliche Ehrung nur die früheren Kanzler Konrad Adenauer und Helmut Kohl (beide CDU). Über dem Großkreuz des Verdienstordens gibt es nur noch die Sonderstufe des Großkreuzes, die jeder Bundespräsident automatisch mit Amtsantritt erhält. Ansonsten wird sie nur ausländischen Staatsoberhäuptern verliehen. Adenauer, Kohl und Merkel sind die drei am längsten amtierenden Kanzler, Merkel von 2005 bis 2021.

Lob und Kritik aus der Politik

SPD-Chefin Saskia Esken sagte dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND/Montag), Merkels Antrieb seien "die tiefe Ernsthaftigkeit und das große Pflichtgefühl" gewesen. Damit habe sie Deutschland nach innen wie nach außen würdig vertreten und mit Augenmaß durch die vielen Krisen ihrer Amtszeit navigiert. "All die Anfeindungen, nicht selten gespeist aus Geringschätzung und Hass gegenüber starken Frauen, hat sie auf ihre uneitle Art an Scsich abperlen lassen."

Merkel erhält Unesco-Friedenspreis für Flüchtlingspolitik

Angela Merkel (M), ehemalige Bundeskanzlerin (CDU), erhielt erst kürzlich den Friedenspreis der UN-Kulturorganisation Unesco in der Elfenbeinküste, da Deutschland während der Flüchtlingskrise 2015/16 zahlreiche Flüchtlinge aufnahm. Auch hier gab es teils Unverständnis aus der Bevölkerung. 

© Diomande Ble Blonde/AP/dpa
× Merkel erhält Unesco-Friedenspreis für Flüchtlingspolitik

Grünen-Chef Omid Nouripour sagte dem RND zu Merkel: "Man muss nicht mit ihrem gesamten Wirken einverstanden sein, um ihre großen Verdienste anzuerkennen." Linke-Parteichef Martin Schirdewan stellte infrage, dass Orden noch zeitgemäß sind, und sagte: "Davon abgesehen, ist Merkels Bilanz zwiespältig und bedarf eher einer kritischen Aufarbeitung als einer Auszeichnung."

Kritik kam auch aus der Union. Der Vorsitzende der CDU-Grundwertekommission, der Historiker Andreas Rödder, nannte die Auszeichnung bereits am Freitag im "Tagesspiegel" einen Fehler. Der Bundespräsident schade damit der Demokratie und ihrer Glaubwürdigkeit. Rödder kritisierte MerkelS Russlandpolitik vor dem Hintergrund des Angriffs auf die Ukraine als "größten außenpolitischen Fehler seit 1945".

Quelle: dpa

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