Deutschlandbesuch von König Charles III. · Berlin

Politik

Charles-Rede im Bundestag: Viele Lacher, viele Gemeinsamkeiten

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Die Rede von Charles III. im Bundestag ist der Höhepunkt des zweiten Besuchstags des britischen Königspaares in Deutschland. Der Monarch begeistert mit viel Herzlichkeit. Und er liefert Beispiele für den smarten britischen Humor.  

Den Live-Ticker zum Nachlesen finden Sie unten im Artikel. 

Berlin. Historischer Auftritt mit viel Nachdenklichkeit und Humor: Als erster Monarch überhaupt hat der britische König Charles III. im Bundestag gesprochen und dabei die heute engen Verbindungen zwischen den einstigen Kriegsgegnern Deutschland und Großbritannien betont. Er appellierte an beide Seiten, diese weiter zu festigen: "Die lange und besondere Geschichte unserer beiden Länder enthält noch viele ungeschriebenen Kapitel. Lassen Sie uns diese mit einem unermüdlichen Streben nach einer besseren Zukunft füllen", sagte Charles am Donnerstag in seiner immer wieder von Beifall unterbrochenen Rede.

Deutschlandbesuch König Charles III. - Bundestag

König Charles III. von Großbritannien spricht am zweiten Tag seiner Deutschlandreise im Bundestag.

© Kay Nietfeld/dpa
× Deutschlandbesuch König Charles III. - Bundestag

Der König sprach im voll besetzten Plenarsaal etwa je zur Hälfte auf Deutsch und Englisch. Er rief dazu auf, die beide Staaten verbindenden Werte zu verteidigen. "Gemeinsam müssen wir wachsam sein gegenüber Bedrohungen unserer Werte - und entschlossen, diesen resolut entgegenzutreten. Gemeinsam müssen wir unseren Menschen das Leben in Sicherheit und Wohlstand ermöglichen, das sie verdienen."

Führungsrolle von Deutschland und Großbritannien 

Charles III. bescheinigte Deutschland und Großbritannien eine "Führungsrolle" bei der Unterstützung der Ukraine im russischen Angriffskrieg. Ausdrücklich würdigte er den deutschen Beitrag: "Der Entschluss Deutschlands, der Ukraine so große militärische Unterstützung zukommen zu lassen, ist überaus mutig, wichtig und willkommen." Als größte europäische Geber hätten beide Länder "entschlossen reagiert und Entscheidungen getroffen, die früher vielleicht unvorstellbar gewesen wären".

Deutschlandbesuch König Charles III. - Bundestag

Der Bundestag lauscht gespannt den Worten des Königs. 

© Kay Nietfeld/dpa
× Deutschlandbesuch König Charles III. - Bundestag

Der König kam zusammen mit seiner Frau Camilla in den Bundestag. Sie absolvieren seit Mittwoch einen dreitägigen Staatsbesuch in Deutschland. Es ist die erste Auslandsreise des neuen Königs, der erst am 6. Mai gekrönt wird.

Den Gästen wurde von deutscher Seite größtmögliche Aufmerksamkeit zuteil. Sie wurden von den Spitzen aller fünf Verfassungsorgane in den Plenarsaal begleitet - also von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier, Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) sowie den Präsidenten von Bundestag, Bundesrat und Bundesverfassungsgericht, Bärbel Bas, Peter Tschentscher (beide SPD) und Stephan Harbarth. Auf der Bundesratsbank saßen mehrere Ministerpräsidenten. Von der Tribüne aus verfolgten unter anderem die früheren Bundespräsidenten Joachim Gauck und Christian Wulff die etwa halbstündige Rede.

Enge Verbündete und vertrauensvolle Partner 

Bundestagspräsidentin Bas betonte in ihrer Begrüßung: "Großbritannien und Deutschland sind und bleiben enge Verbündete und vertrauensvolle Partner." Dies gelte auch nach der Entscheidung Großbritanniens, die Europäische Union zu verlassen. Bas dankte für den "unverzichtbaren und großen Beitrag" des Vereinigten Königreichs zur Befreiung Europas vom Nationalsozialismus, für die Unterstützung Deutschlands bei der Rückkehr in die westliche Staatengemeinschaft und bei der Wiedervereinigung. Sie erinnerte auch an die gestorbene Mutter des Königs. Zeit ihres Lebens habe sich Queen Elizabeth II. für die Aussöhnung beider Länder eingesetzt.

Die Abgeordneten hatten sich bei der Ankunft des Monarchen und seiner Frau von den Plätzen erhoben. Im Plenarsaal war es absolut still. Erst als Bas die Gäste begrüßte, brandete Beifall auf. Für eine gelöste Stimmung und Gelächter sorgte dann mehrfach Charles, etwa als er in seiner Rede über die beiderseitigen Beziehungen sagte: "Natürlich gibt es auch Rivalität - ich denke da besonders an die Begegnungen zwischen unseren Fußball-Mannschaften."

Nach der Rede zollten die Abgeordneten dem König stehend Beifall - auch die der Linkspartei, obwohl es aus ihren Reihen vorab zum Teil Kritik an der Rede des Monarchen im Bundestag gegeben hatte. Das hatte am Vorabend aber auch schon die Fraktionsvorsitzenden Dietmar Bartsch und Amira Mohamed Ali nicht davon abgehalten, zum Staatsbankett zu Ehren der Gäste von der Insel ins Schloss Bellevue zu kommen.
 

 12:35

König Charles beendet seine Rede.

Standing ovation für den König. Der Bundestag erhebt sich, es gibt tosenden Applaus.

 12:32

'Aus der Vergangenheit zu lernen, ist unsere oberste Pflicht'

'Gemeinsam müssen wir wachsam sein, über Bedrohungen unserer Werte', so König Charles.

 12:31

Forschung, Entwicklung und Wissenschaft

König Charles lobt die gute wissenschaftliche Arbeit zwischen den beiden Nationen. Er hebt einige besondere Forschungs-Projekte hervor.

 12:30

'Briten lieben Berliner Nachtleben'

Erneut Lacher.

 12:28

Dinner for One und Fußball

Mit einem Zitat aus 'Dinner for One' und einer Ausführung über Rivalitäten zwischen Deutschland und Großbritannien - wie zum Beispiel im Fußball - sorgt König Charles für weitere Lacher.

 12:26

Ersten Lacher für King Charles

Jetzt kommt er scheinbar zum lustigen Teil der Rede. Er redet über die Vernetzung zwischen der britischen und deutschen Musik-Industrie, nennt die Beatles als englisches Beispiel und Kraftwerk als Deutsches. Er legt gleich nach und sagt, man hätte nie den Humor verloren. Man lachte sowohl über sich, als auch mit sich.

 12:24

Kulturelle gegenseitige Bewunderung

Charles hebt die gegenseitige Anerkennung und Bewunderung der Literatur hervor. Er betont, Shakespeare wurde zuerst auf Deutsch übersetzt.

 12:22

Viele Verbindungen und Berührungspunkte in der Deutsch-Britischen-Geschichte

König Charles, jetzt wieder auf Englisch, hebt die vielen gemeinsamen Berührungspunkte und Verbindungen zwischen Deutschland und Großbritannien hervor.

 12:21

König Charles meistert auch schwierige Wörter auf Deutsch

Der König scheint auch vor schwierigen Wörtern auf Deutsch nicht zurückzuscheuen - mit Erfolg.

 12:20

Jetzt geht es um den Ukraine-Krieg

Der König spricht nun den Ukraine-Krieg an. Er sieht eine wichtige Führungsrolle für Deutschland und Großbritannien. Er zeigt sich froh, über die Einigkeit in der Verteidigung der Ukraine. Er bekommt tosenden Applaus.

 12:18

Charles spricht über Tod seiner Mutter

König Charles und seine Familie war erstaunt über die große emotionale Reaktion von Deutschland nach dem Tod seiner Mutter. Er bedankt sich herzlich für die Anteilnahme der Deutschen, die ihm und seiner Familie sehr geholfen haben.

 12:17

Doch wieder Deutsch.

Nach einer kurzen Ausschweifung auf Englisch über seine Mutter Queen Elizabeth II. und ihre besondere Verbundenheit mit Deutschland. Spricht der König nun wieder auf Deutsch.

 12:13

Wechsel auf Englisch

Nach einem erstaunlich langem und flüssigen Teil auf Deutsch, spricht König Charles jetzt auf Englisch zum Bundestag.

 12:12

Rede beginnt auf Deutsch.

König Charles beginnt seine Rede auf Deutsch. Er bedankt sich für die Einladung und sagt, er sei froh, hier sein zu dürfen, um das Bekenntnis der britisch-deutschen Freundschaft zu erneuern.

 12:12

Wort an König Charles übergeben.

Bärbel Bas übergibt das Wort an König Charles.

 12:09

Tosender Applaus für Begrüßung

Mit vielen Erinnerungen an die Errungenschaften und die geschichtliche Verbundenheit zwischen den Nationen Großbritannien und Deutschland erntet Bärbel Bas reichlich Applaus.

 12:05

Begrüßung durch Bärbel Bas.

Bärbel Bas, die Präsidentin des deutschen Bundestages, begrüßt die Gäste und vor allem das Königspaar.

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