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Verbrenner-Aus: Das kommt jetzt auf Autofahrer zu

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Mehr Klimaschutz oder Abgesang auf den Industriestandort? An CO2-Vorgaben für Fahrzeuge scheiden sich die Geister. Das EU-Parlament hat am Dienstag wohl das Aus für den Verbrenner-Motor besiegelt. Was bedeutet das für Autofahrer im Klartext?

Neue Autos mit Verbrenner-Motor sollen nur noch rund zwölf Jahre in der EU verkauft werden dürfen und Lastwagen sowie Busse sollen bis 2040 drastisch weniger Treibhausgase ausstoßen. Das EU-Parlament billigte am Dienstag in Straßburg die neuen CO2-Vorgaben, wonach in der EU ab dem Jahr 2035 nur noch Neuwagen verkauft werden dürfen, die im Betrieb keine Treibhausgase ausstoßen. Kurz darauf stellte die EU-Kommission Pläne vor, deutlich strengere Vorgaben auch für sogenannte schwere Nutzfahrzeuge zu machen.

Konkret sehen die Pläne eine Verringerung um 90 Prozent bis 2040 im Vergleich zu 2019 vor, wie die Kommission am Dienstag mitteilte. "Im Jahr 2050 müssen fast alle Fahrzeuge auf unseren Straßen emissionsfrei sein", sagte Klimakommissar Frans Timmermans. Bis 2050 will die EU klimaneutral werden - also nur noch CO2 ausstoßen, das auch wieder gebunden werden kann.

EU schlägt Zwischenziele vor 

Als Zwischenziele schlägt die Kommission vor, dass sich der CO2-Ausstoß von schweren Nutzfahrzeugen bis 2030 um 45 Prozent und bis 2035 um 65 Prozent verringern soll. 2019 hatte sich die EU erstmals darauf geeinigt, dass verbindlich vorgeschrieben wird, wie viel CO2 schwere Nutzfahrzeuge verursachen dürfen. Die EU-Staaten und das Europaparlament müssen zu den Vorschlägen noch einen Kompromiss aushandeln.

Bei den Vorgaben für Autos und Transporter sind die beiden Institutionen schon so weit: Unterhändler hatten sich bereits im Oktober auf den nun gebilligten Kompromiss verständigt. Die Abgeordneten stimmten der Einigung nun auch formell zu, mit 340 Ja-Stimmen, 279 Nein-Stimmen und 21 Enthaltungen. Die Mitgliedsstaaten müssen auch noch zustimmen, dies gilt aber so wie die Billigung des Parlaments als Formsache.

Was bedeutet das für die Autofahrer?

Betroffen von dem EU-Beschluss sind alle neuen PKW. Sprich vom großen SUV über kleine Mini-Fahrzeuge bis hin zu leichten Nutzfahrzeugen. Für Autos, welche vor 2035 gekauft wurden, gilt kein Fahrverbot, diese darf man weiterhin benützen. Darunter fallen auch Oldtimer. 

Die drohende Gefahr ist, dass durch den fehlenden Nachschub und die sinkende Produktionsrate, die Preise für Verbrenner-Autos in die Höhe schnellen. Eine berechtigte Sorge. „Vor allem Kleinwagen-Käufer müssen mit Aufschlägen rechnen", warnt Experte Thomas Koch vom Karlsruher Institut MIT gegenüber der "Bild"-Zeitung. 

Weder genügend Strom noch genügend Ladesäulen stehen aktuell zur Verfügung. Letztere sollen bis 2030 von momentan 70.000 Säulen auf knapp eine Million aufgestockt werden, damit wäre der Bedarf laut ADAC gedeckt. Beim Strom ist es problematischer. Da vor allem grüner Strom verwendet werden soll und die Braunkohlekraftwerke abgeschaltet werden ist hier akuter Handlungsbedarf. Aktuell sei der Strom „nicht einmal ansatzweise für die Grundlast ausreichend", so Experte Koch zur "Bild". 

Quelle: dpa

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