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Deutschland im Fettwahn: Hier leben die meisten Dicken

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Deutschland steckt in einer fettigen Krise! Jeder vierte Erwachsene ist stark übergewichtig und leidet unter den dramatischen Folgen für die Gesundheit. Jetzt schockieren brandneue Daten, die zeigen, wo die meisten Menschen mit gefährlichem Übergewicht leben. 

Die Fachleute nennen es Adipositas, wenn das Übergewicht so stark ist, dass es als Krankheit gilt. Der Morbiditäts- und Sozialatlas der Krankenversicherung Barmer hat herausgefunden, in welchen Bundesländern und Landkreisen im Jahr 2021 die Diagnosen für mäßige und schwere Adipositas (BMI 35-39,9 und BMI 40 oder höher) am häufigsten gestellt wurden.

Und das Ergebnis ist verblüffend: Es gibt ein deutliches Gefälle von Nordosten nach Südwesten. In Mecklenburg-Vorpommern wimmelt es nur so von stark übergewichtigen Menschen, während sie in Baden-Württemberg und Bayern vergleichsweise selten anzutreffen sind:

  1. Mecklenburg-Vorpommern 45,74 Adipositas- Fälle pro 1000 Einwohner
  2. Brandenburg 36,34 Adipositas- Fälle pro 1000 Einwohner 
  3. Sachsen-Anhalt 33,42 Adipositas- Fälle pro 1000 Einwohner 
  4. Thüringen 33,12 Adipositas- Fälle pro 1000 Einwohner 
  5. Niedersachsen 32,59 Adipositas- Fälle pro 1000 Einwohner 
  6. Bremen 30,38 Adipositas- Fälle pro 1000 Einwohner 
  7. Saarland 28,20 Adipositas- Fälle pro 1000 Einwohner 
  8. Sachsen 27,58 Adipositas- Fälle pro 1000 Einwohner 
  9. Nordrhein-Westfalen 27,54 Adipositas- Fälle pro 1000 Einwohner 
  10. Rheinland-Pfalz 27,54 Adipositas- Fälle pro 1000 Einwohner 
  11. Berlin 27,17 Adipositas- Fälle pro 1000 Einwohner 
  12. Schleswig-Holstein 24,64 Adipositas- Fälle pro 1000 Einwohner 
  13. Hessen 24,08 Adipositas- Fälle pro 1000 Einwohner 
  14. Bayern 23,28 Adipositas- Fälle pro 1000 Einwohner 
  15. Baden-Württemberg 18,57 Adipositas- Fälle pro 1000 Einwohner 
  16. Hamburg 17,08 Adipositas- Fälle pro 1000 Einwohner 

Warum gibt es so starke Unterschiede?

Ursula Marschall (59), eine führende Medizinerin am Barmer Institut für Gesundheitssystemforschung, erklärt gegenüber der "Bild": "Besonders Menschen mit niedrigem Einkommen und Bildungsniveau haben ein erhöhtes Risiko für Adipositas. Bildungsdefizite und finanzielle Einschränkungen beeinflussen das Essverhalten und führen zu übermäßiger Kalorienaufnahme."

Menschen haben oft nicht genügend Wissen über gesunde Ernährung und können sich auch nicht immer die entsprechenden Lebensmittel leisten. Zudem gibt es erhebliche Unterschiede in der Einkommensstruktur der verschiedenen Bundesländer. Marschall fügt hinzu: "In den wohlhabenderen südlichen Bundesländern wie Bayern und Baden-Württemberg ist Adipositas seltener anzutreffen als beispielsweise in den nördlichen Bundesländern wie Mecklenburg-Vorpommern."

Die Corona-Pandemie hat die Lage noch verschlimmert

Die Barmer-Daten zeigen, dass die Diagnosen für Adipositas im Jahr 2021 im Vergleich zu 2019, also vor der Pandemie, bundesweit um etwa 8,5 Prozent gestiegen sind. Ursula Marschall erklärt: "Die Corona-Krise hat zu einer weiteren durchschnittlichen Gewichtszunahme geführt, vor allem bei den Risikogruppen. Um die Adipositas-Epidemie einzudämmen, müssen insbesondere die betroffenen Gruppen intensiv über gesunde Ernährung informiert werden. Und das am besten schon im Kindesalter!"

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