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Trotz Chaos: Bahn-Chef
mit Mega-Gehaltserhöhung

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Trotz zahlreicher Verspätungen, trotz Zugausfällen, trotz vielfachen Frustes, trotz alledem soll der Chef der Deutschen Bahn eine saftige Gehaltserhöhung bekommen. Die Gehaltserhöhung soll dem entsprechen, was die obere Mittelschicht im Jahr verdient. 

In der Hauptreisezeit von Juni bis August dieses Jahres war jeder dritte Fernzug verspätet, wie die "Bild"-Zeitung berichtet. Man könnte argumentieren, dass zu der Zeit das 9-Euro-Ticket erhältlich war und daher großer Andrang herrschte. Doch auch im November sah es nicht sonderlich viel besser aus: Lediglich 61,1 Prozent waren pünktlich. Trotzdem soll Bahn-Chef Richard Lutz (58) im nächsten Jahr 10 Prozent mehr Geld verdienen. Bei 900.000 Euro Grundgehalt entspricht das einer Erhöhung von 90.000 Euro!

In der Politik zeigt man sich wenig begeistert von den Leistungen der Deutschen Bahn. Volker Wissing, Verkehrsminister, bemängelt gegenüber der "Bild": „So wie es ist, kann es nicht bleiben.“ Es brauche eine rasche Sanierung, Elektrifizierung, Digitalisierung und einen zügigen Fortschritt beim Aus- und Neubau von Strecken. Wissing will mit seiner Generalsanierung, welche "oberste Priorität" hat, ein Hochleistungsnetz schaffen, das "pünktlich und zuverlässig" ist. 

Höchststand: 29 Milliarden Euro Schulden

Martin Kröber, Bahnexperte von der SPD, befindet ein Problem in der Führungsetage. „Die Bahn braucht weniger vermeintliche Führungskräfte und endlich echte Macher.“, erzählt er der "Bild". Des Weiteren steht die Bahn derzeit mit einem Rekord-Schuldenstand da. Als Bahn-Chef Lutz 2017 übernahm, waren es 19 Milliarden Euro Schulden, dieses Jahr sind es 29 Milliarden. 

Zur Weihnachtszeit rät der Chef des Fahrgastverbandes Detlef Neuß zu Geduld. Aufgrund des derzeit hohen Krankenstandes kommt es zu Ausfällen, "man sollte einen Plan B haben, um zu seinem Ziel zu kommen." Wie genau ein Plan B für finanziell schwache Menschen aussieht, verrät er im "Bild"-Interview nicht. Flugzeug oder Auto sind für manche ein teures Luxusgut. Außerdem sollte man sein Essen selbst mitbringen, da das Bordrestaurant aktuell nicht sehr zuverlässig ist. „Man kann nur empfehlen, sich als Bahnreisender rechtzeitig zu informieren. Am besten über die Bahn-App oder die Bahnhofsinfo-App.“, so Neuß.

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