Vorsicht, Hochgiftig: So gefährlich ist dieser Käfer

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Vorsicht, Hochgiftig: So gefährlich ist dieser Käfer

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Im Frühling haben Ölkäfer Hochsaison in der Schweiz und im Südwesten Deutschlands. Die giftigen Käfer werden auch in Wohnsiedlungen und auf Spielplätzen gesichtet.  

Urs Tester, Fachexperte für Biotope und Arten von Pro Natura, erklärt gegenüber "Blick", dass Ölkäfer sich an offenen, sandigen, trocken-warmen Stellen besonders wohl fühlen. In den Öltropfen der Käfer ist das hochtoxische Reizgift Cantharidin enthalten, das schon in kleinen Mengen für Menschen gefährlich sein kann.

Vorsicht geboten

Falls man auf Ölkäfer trifft, sollte man diese nicht mit den Händen berühren. Ein Erwachsener kann bereits durch eine geringe Menge des Gifts getötet werden. Es ist daher Vorsicht geboten. Die Begegnung mit den Käfern muss jedoch nicht zwangsläufig gefährlich sein. Entscheidend ist das richtige Verhalten. Wenn man mit den Tierchen in Berührung kommt, sollte man sich die Hände waschen. Auch das Kühlen der betroffenen Stelle kann hilfreich sein. Bei Beschwerden sollte man sofort zum Arzt gehen.

In der Schweiz gibt es 18 verschiedene Ölkäfer-Arten, während es laut dem Deutschen Naturschutzbund (Nabu) im Südwesten Deutschlands etwa 15 unterschiedliche Arten gibt. Eine Gemeinde in Schleswig-Holstein sperrte Ende April sogar Teile eines Pausenplatzes, weil Ölkäfer gefunden wurden. Der Schwarzblaue Ölkäfer, auch Maiwurm genannt, wurde 2020 zum Insekt des Jahres ernannt. Er bringt es auf eine Länge von bis zu 35 Millimetern. Eine Käferplage ist in der Schweiz jedoch nicht in Sicht. Die meisten Beobachtungen sind im Wallis, im Rheintal, im Tessin, am Jurasüdfuss und in der Nordwestschweiz zu verzeichnen.

Käfer als 'gefährdet' eingestuft: Streng geschützt

In den Regionen nahe der deutsch-schweizerischen Grenze findet man außerdem den Violetten Ölkäfer, benannt nach seinem violett schillernden Panzer. Beide Arten sind in Deutschland als "gefährdet" eingestuft und streng geschützt. Manche Ölkäfer-Arten sind anders als der Maiwurm erst im Spätsommer besonders aktiv, beispielsweise der Schmalflügelige Pelzbienenölkäfer. Er hält sich an regengeschützten Stellen wie zum Beispiel an Wänden unter Balkonen, in Eingangsbereichen von Häusern oder alten Mauern auf.

Wenn man einen Ölkäfer verschluckt, sollte man sofort den Notruf wählen und ein Spital aufsuchen. Dies kann lebensrettend sein. Es ist daher wichtig, sich bewusst zu sein, dass diese Käfer nicht unterschätzt werden sollten. 

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