Juwelenzimmer des Historischen Grünen Gewölbes

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Wurden die Diebe die Juwelen nicht los?

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Ein Großteil der Beute aus dem Einbruch im Grünen Gewölbe ist zurück in Dresden. Nun müssen Fachleute prüfen, wie der Zustand der gefundenen Teile ist 

Nach dem Fund eines Großteils der Beute aus dem Grünen Gewölbe in Dresden werden die wertvollen Stücke jetzt untersucht. Fachleute sollen prüfen, ob die 31 Einzelteile tatsächlich echt und vollständig sind und in welchem Zustand sie sich befinden, wie die Ermittler mitteilten. Zudem werden die Objekte auch kriminaltechnisch untersucht. Die vor drei Jahren gestohlenen Juwelen und Schmuckstücke waren in der Nacht zum Samstag in Berlin sichergestellt worden. Angaben zum Fundort und zum Zustand der Schmuckstücke wurden mit Verweis auf die noch laufenden Ermittlungen nicht gemacht.

Einbruch Grünes Gewölbe Dresden

Bei dem Einbruch ins Dresdner Grüne Gewölbe wurden 2019 wertvolle Juwelen von Kurfürst August dem Starken gestohlen

© Sebastian Kahnert/dpa
× Einbruch Grünes Gewölbe Dresden

Diebstahl-Experte überrascht

Der Kunstdiebstahl-Experte Willi Korte ist von dem Fund der Beute aus dem Grünen Gewölbe überrascht. Er sei nach dem Einbruch vor drei Jahren davon ausgegangen, dass sich die Täter bereits vor der Tat um den Absatz der Beute gekümmert hätten und sie deshalb nicht wiedergefunden werde. "In dem Fall lag ich mit meiner Meinung gerne falsch", sagte der Provenienzforscher, der sich mit länger zurückliegenden Kunstdiebstählen beschäftigt. "Ich bin überrascht, dass die Sachen noch in Berlin aufgefunden worden sind. Ich hätte gedacht, dass sie Deutschland schon längst verlassen hätten."

Nach seiner Einschätzung sollte die Beute die Zeit seit dem Diebstahl gut überstanden haben. "Da es ja überwiegend Edelmetall und Steine sind, muss man nicht so sehr auf die Temperatur achten", sagte Korte. "Ich denke, dass die Sachen noch in einem relativ guten Zustand sein dürften."

Einbruch Grünes Gewölbe Dresden - Bruststern

Staatsanwaltschaft Dresden, Soko Epaulette und das LKA Sachsen haben in der Nacht vom 16. zum 17. Dezember 2022 in Berlin einen erheblichen Teil des bei dem Einbruch in das Grüne Gewölbe entwendeten Diebesgutes sichergestellt. Unter anderem einen Bruststern des Polnischen Weißen Adler-Ordens, der am frühen Morgen des 25.11.2019 aus dem Grünen Gewölbe in Dresden gestohlen wurde. Nach einer ersten Sichtung handelt es sich um 31 Einzelteile, darunter auch mehrere vollständig erscheinende Stücke. Spezialkräfte der Polizei überführten die gesicherten Gegenstände zur Untersuchungen nach Dresden. 

© Jürgen Karpinski/Grünes Gewölbe/Polizeidirektion Dresden/dpa
× Einbruch Grünes Gewölbe Dresden - Bruststern

"Klauen leichter als Absetzen"

Beim Kunstraub gebe es eine alte Regel, sagte Korte. "Das Klauen ist leichter als das Absetzen." Er habe den Einbruch immer eher als Juwelen-, statt als Kunstraub gesehen. "Ich dachte, dass sie die Juwelen rausbrechen und einzeln verkaufen werden, nicht die Kunst als Ganzes." Ermittlungsergebnisse bei Juwelendieben seien üblicherweise nicht sehr gut. Bei Kunstraub sei die Ermittlungsarbeit auch schwer, aber es gebe immer wieder Fälle, bei denen die Beute teils erst nach Jahren gefunden werde.

Die Freude über den Fund sei groß. "Die Objekte sind als unwiederbringlich einzuschätzen", sagte der Kunstdiebstahl-Experte. "Sowas kann man nicht ersetzen." Nun bleibe nur zu hoffen, dass der Rest der Beute ebenfalls auftauche. "Das wäre schön, wenn alles erhalten geblieben wäre."

Ein Großteil der historischen Stücke wurde in der Nacht von Freitag auf Samstag in Berlin sichergestellt - einige davon wohl auch vollständig. Der Einbruch am frühen Morgen des 25. November 2019 war einer der spektakulärsten Kunstdiebstähle in Deutschland. Die Täter schlugen mit einer Axt Löcher in eine Vitrine und rissen die Juwelen heraus. Sie stahlen Schmuckstücke mit insgesamt 4300 Diamanten und Brillanten im Gesamtwert von über 113 Millionen Euro. Danach entbrannte eine Diskussion über die Sicherheitsvorkehrungen in den Staatlichen Kunstsammlungen Dresden (SKD), die bis heute anhält.

 

Quelle: dpa
 

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