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700.000 gestohlene Kinder: Putins grausame Kriegstaktik

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Es ist wohl an Grausamkeit kaum zu überbieten. Im Krieg, die Kinder des Feindes aus ihren Familien und ihrem Umfeld zu reißen. 

Die Zahl der Entführten Kinder, ist schwer zu erfassen. Im Westen spricht man von Zehntausenden bis wenigen Hunderttausenden, in Russland preist man sich für über 700.000 "gerettete" ukrainische Kinder. Sie werden aus ihren Familien gerissen, von ihren Freunden und ihrem Umfeld entfernt. 

In Russland kommen sie dann entweder in ein Waisenhaus oder werden bei einer russischen Familie untergebracht, um einer Gehirnwäsche unterzogen, wie der Menschenrechtsbeauftragte  des ukrainische Parlaments Dmytro Lubinets gegenüber dem "Standard" im Interview erklärt. Die Hoffnung der Russen ist, dass diese Kinder sich assimilieren "und sich nicht mit der Ukraine identifizieren", so Lubinet. Sie sollen ihre ukrainische Identität verlieren und stattdessen loyal gegenüber Russland. Der Gedanke der möglichen künftigen militärischen Ausbildung spielt hier auch eine Rolle. 

Das sagt Außenministerin Baerbock

Die Rückführung der entführten Kinder ist indes nicht geplant. Die russische Ombudsfrau Tatjana Moskalkowa äußerte dies in einem Treffen in der Türkei zwischen ihr und Lubinet. Jedoch erklärte sie auch, sie sei grundsätzlich unterstützend bei einer Rückführung, sollten Eltern oder Angehörige eines Kindes an sie appellieren. Wie viel Wahrheit hinter dieser Bereitschafts-Aussage steckt, ist ungewiss. 

Außenministerin Annalena Baerbock verurteilte Verschleppungen ukrainischer Kinder durch Russland. "Was könnte abscheulicher sein, als Kinder aus ihrem Zuhause zu holen, weg von ihren Freunden, ihren Lieben", sagte die Grünen-Politikerin am Montag vor dem UN-Menschenrechtsrat in Genf angesichts von Berichten über systematische Verschleppungen. Sie versprach: "Wir werden nicht ruhen, bis jedes einzelne Kind wieder Zuhause ist." 

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