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Drogenkrieg in Marseille: Anwohner leben in ständiger Angst

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Die französische Stadt Marseille wird immer wieder von Gewalt erschüttert. Erneut kam es zu einer Schießerei, bei der drei Menschen getötet und acht weitere verletzt wurden.

Der Vorfall ereignete sich in der Nähe des Bahnhofs Saint-Charles. Die Polizei geht von einem Konflikt zwischen rivalisierenden Drogenbanden aus.

Bewohner gründen Bürgerwehr

Die Bewohner einer Wohnblocksiedlung sind mittlerweile müde von der Gewalt und kämpfen gegen die Drogendealer in ihrem Viertel. Sie organisieren sich und gehen auf die Straße, um ihre Forderungen nach mehr Sicherheit und einem Ende der illegalen Aktivitäten zu äußern. „Die Jugendlichen wurden immer aggressiver, deshalb haben sich die Leute zu einer Bürgerwehr zusammengeschlossen“, sagte René, ein 77-jähriger Anwohner dem "Le Parisien“.

Die Bewohner berichten von Angst und Unsicherheit, vor allem nachts. Viele sind es leid, ständig Zeugen von Gewalttaten zu werden und wollen endlich eine Lösung für das Problem. Sie fordern mehr Polizeipräsenz und eine bessere Überwachung der Straßen.

Innenminister fordert schnellere Abschiebungen

Auch Frankreichs Innenminister Gérald Darmanin schlägt Alarm. Er fordert schnellere Abschiebungen krimineller Ausländer. Nicht jeder Ausländer sei ein potenzieller Straftäter, betont Darmanin. „Aber es wäre idiotisch zu verschweigen, dass ein bedeutender Anteil der Straftaten von zugewanderten Personen begangen wird.“ Der Anteil ist tatsächlich groß: In Lyon begehen Zuwanderer 39 Prozent der Straftaten, in Paris 48 Prozent und in Marseille sind es sogar 55 Prozent.  

In Marseille gibt es schon seit Jahren Probleme mit Drogenhandel und Gewalt. Drogenbanden dominieren in Frankreichs zweitgrößter Stadt ganze Wohnviertel. Trotz mehrerer Polizeiaktionen und Verhaftungen haben sich die Zustände nicht verbessert. 

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