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Nord-Stream-Sprengung: War es eine False-Flag-Operation der USA?

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In den USA wird über eine mögliche pro-ukrainische Gruppe diskutiert, die hinter der Sabotage der Nord Stream-Pipelines steckt. Die deutsche Regierung warnt vor voreiligen Anschuldigungen und betont, dass die Ermittlungen der zuständigen Behörden abgewartet werden müssen.

Berichte zu den Explosionen an den Nord Stream-Pipelines werfen weiter viele Fragen auf. Das Weiße Haus hat seine eigene Theorie über den Sabotageakt. Deutsche Regierungsvertreter warnen vor voreiligen Anschuldigungen.

Ermittlungen der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten ARD und SWR sowie Die Zeit haben ergeben, dass das Boot, das mutmaßlich für die Geheimoperation verwendet wurde, identifiziert werden konnte. Es soll sich um eine Jacht handeln, die von einer Firma mit Sitz in Polen angemietet worden sei, die offenbar zwei Ukrainern gehört. Die Gruppe, die den Anschlag durchführte, bestand aus einem Kapitän, zwei Tauchern, zwei Tauchassistenten und einer Ärztin, die den Sprengstoff zu den Tatorten transportiert und dort platziert haben sollen. Die Nationalität der Täter ist unklar, und sie nutzten professionell gefälschte Reisepässe. Ähnlich wie im NYT-Artikel gibt es keine Bestätigung über die Nationalität der vermeintlichen Saboteure oder Anhaltspunkte dafür, dass Präsident Selenskyj oder sein enger Kreis von dem Vorhaben Kenntnis hatten. 

False-Flag-Operation?

Der Bericht der New York Times, der besagt, dass eine "pro-ukrainische Gruppe" hinter der Sabotage stecken könnte, kam fast auf den Tag genau einen Monat, nachdem Seymour Hersh in einem ausführlichen Artikel seine eigene explosive Theorie entfaltet hatte. Darin behauptet er, dass eine kleine Gruppe erfahrener Taucher der US-Marine die Explosionen heimlich im Auftrag hochrangiger Washington-Regierungsvertreter durchführte. Der Bericht wurde von der US-Regierung als reine "Fiktion" zurückgewiesen und von den Mainstream-Medien weitestgehend ignoriert.

Die Frage nach der Verantwortlichkeit für die Sabotage an den Nord Stream-Gaspipelines bleibt weiterhin kontrovers. Viele glauben, dass die USA dahinterstecken könnten und versuchen, einer nicht staatlichen, abtrünnigen, ukrainischen Gruppe die Schuld zuzuschieben, um ihre eigenen Interessen zu schützen. Eine globale Meinungsumfrage des CGTN Think Tanks ergab, dass 75 Prozent der Befragten aufgrund der bisher veröffentlichten Informationen und Beweise den USA die Schuld für die Sabotage geben. 

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