Inflation in der Eurozone

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Euro steigt
nach US-Inflationsdaten
über 1,06 US-Dollar

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Der Euro gewinnt an Stärke, legt gegenüber dem US-Dollar zu. Der Blick auf die nächsten Monate fällt vorsichtig optimistisch aus.

Frankfurt/Main. Der Euro ist am Dienstag nach den Verbraucherpreisdaten aus den USA über 1,06 US-Dollar gestiegen. Am Nachmittag kostete die Gemeinschaftswährung 1,0642 Dollar. Vor der Veröffentlichung der Inflationszahlen hatte der Euro rund einen Cent niedriger notiert. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,0545 (Montag: 1,0562) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,9483 (0,9468) Euro.

Der Dollar gab zu allen wichtigen Währungen deutlich nach. Die hohe Inflation in den USA hat sich im November stärker abgeschwächt als erwartet. Gegenüber dem Vorjahresmonat stiegen die Verbraucherpreise um 7,1 Prozent. Im Vormonat hatte die Rate noch bei 7,7 Prozent gelegen. Auch die aussagekräftigere Kernrate ging zurück. Bei der Kernrate werden schwankungsanfällige Größen wie Energie und Lebensmittel herausgerechnet.

"Bild einer abflauenden Inflation"

«Das Bild einer abflauenden Inflation hat sich mit den Zahlen weiter verfestigt», kommentierten die Volkswirte der Commerzbank. Dies erleichtere die Arbeit der US-Notenbank Fed, die an diesem Mittwoch ihre geldpolitischen Entscheidungen verkündigen wird. «Die für die Fed-Sitzung allgemein erwartete Verkürzung des Zinsschritts auf 0,50 Prozentpunkte kann als nahezu sicher gelten», heißt es in dem Kommentar. Auf den letzten vier Sitzungen hatte die Fed den Leitzins im Kampf gegen die hohe Inflation noch um 0,75 Punkte angehoben. Höhere Leitzinsen machen eine Währung für Anleger tendenziell attraktiver.

"Klare Verbesserung des konjunkturellen Ausblicks"

Die am Vormittag besser ausgefallenen Konjunkturdaten aus Deutschland bewegten den Markt hingegen kaum. Die Konjunkturerwartungen des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) verbesserten sich im Dezember von niedrigem Niveau aus überraschend deutlich. «Die Finanzmarktexpertinnen und -experten gehen mit großer Mehrheit von einem Rückgang der Inflationsrate in den nächsten Monaten aus», kommentierte ZEW-Präsident Achim Wambach. «Zusammen mit der zwischenzeitlichen Entspannung an den Energiemärkten führt dies zu einer klaren Verbesserung des konjunkturellen Ausblicks.»

Zu anderen wichtigen Währungen legte die EZB die Referenzkurse für einen Euro auf 0,85753 (0,86006) britische Pfund, 144,85 (144,86) japanische Yen und 0,9869 (0,9855) Schweizer Franken fest. Die Feinunze Gold wurde am Nachmittag in London mit 1815 Dollar gehandelt. Das waren etwa 34 Dollar mehr als am Vortag.

 

Quelle: dpa

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