Türkisches Mädchen

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Das erste Foto: Ece (14)
starb am Weg zur Schule

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Auf dem Weg zur Schule wurde die 14-jährige Ece S. erstochen. Der tatverdächtige Asylwerber (27) schweigt zu den Vorwürfen.

Baden-Württemberg. Die ganze Gemeinde steht unter Schock. Am Weg zur Schule wurden zwei Mädchen schwer verletzt, wobei die 14-jährige Ece S. ihren Verletzungen erlag. Die beiden Mädchen sollen beste Freundinnen gewesen sein und sich bereits seit der Grundschule gekannt haben. 

Besonders brisant ist, dass der Zwillingsbruder von Ece einen früheren Bus zur Schule nahm, da sie noch auf ihre Freundin Nerea warten wollte, wie die "Bild"-Zeitung berichtete. 

Dem mutmaßlichen Täter wird nach Angaben von Polizei und Staatsanwaltschaft Mord sowie versuchter Mord vorgeworfen. Wie die Ermittler am Dienstag mitteilten, äußerte sich der Mann bei der Vorführung in der Klinik, in der er sich wegen eigener Verletzungen befindet, nicht zu den Vorwürfen. Der 27-Jährige aus Eritrea sei nun in einem Justizvollzugskrankenhaus. Seit 2016 lebt er in Deutschland und hat eine Aufenthaltserlaubnis bis 2023. 

Die Obduktion ergab, dass die 14-Jährige nach Stichverletzungen verblutete. Die Polizei fand bei dem 27-Jährigen ein Messer, das als Tatwaffe in Betracht komme.

Verdächtiger bisher unauffällig gewesen

Der Mann sei den Behörden bislang nie durch Gewaltdelikte aufgefallen - er sei lediglich einmal als Schwarzfahrer erwischt worden und sonst nicht polizeibekannt. Hinweise auf eine politische oder religiöse Motivation gebe es nicht, sagte der baden-württembergische Innenminister Thomas Strobl (CDU) bei einem Besuch am Tatort.

Neben den schweren körperlichen Verletzungen gehe es der 13-Jährigen auch psychisch nicht gut, sagte der Sprecher der Staatsanwaltschaft. Das Mädchen habe zwischenzeitlich erfahren, dass seine Freundin getötet wurde. Auch für die 13-Jährige werde die Tat Folgen haben, betonte Strobl. Das grün-schwarze Kabinett im Südwesten widmete den Opfern der Gewalttat eine Gedenkminute.

Mutmaßlicher Täter musste operiert werden

Der Verdächtige war mit erheblichen Verletzungen ins Krankenhaus gekommen und wurde stundenlang operiert. Bei der Vorführung in der Klinik machte der Mann gegenüber der Richterin keine Angaben. Das Motiv des Mannes ist daher weiter unklar. Erkenntnisse zu einer psychischen Beeinträchtigung des Verdächtigen lägen ihm bislang nicht vor, sagte der Sprecher der Staatsanwaltschaft am Vormittag.

Nach der Tat soll der Mann in eine Flüchtlingsunterkunft geflüchtet sein, aus der er vor dem Angriff auch gekommen sein soll. Dort waren noch zwei weitere Männer aus Eritrea, die die Beamten zunächst mit zur Dienststelle nahmen. Die zwei Männer wurden später wieder auf freien Fuß gesetzt. Der Verdacht gegen sie habe sich nicht erhärtet.

Stimmen aus der Politik

«Jetzt ermitteln Staatsanwaltschaft und Polizei, weshalb es zum Angriff auf die beiden Mädchen kam und ob der Tatverdächtige und die beiden Mädchen sich vorher kannten», teilten die Behörden mit.

Die Tat könnte auch eine politische Dimension bekommen, weil ein Asylbewerber als tatverdächtig gilt. Mehrere AfD-Politiker gingen darauf schon am Montag ein. Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) warnte vor voreiligen Schlüssen: «Ich kann nur warnen, irgendwelche Zusammenhänge aufzustellen, bevor überhaupt die Tat aufgeklärt ist.» Auch Strobl rief zu Besonnenheit auf: «Dieses Ereignis darf kein Anlass und keine Rechtfertigung für Hass und Hetze sein», sagte er. Diese Straftat müsse mit aller Konsequenz aufgeklärt und der Täter mit aller Konsequenz bestraft werden.

Polizei warnt vor Generalverdacht

Die Polizei bat darum, «keinen Generalverdacht gegen Fremde, Schutzsuchende oder Asylbewerber allgemein zu hegen oder solchem Verdacht Vorschub oder Unterstützung zu leisten». AfD-Politiker wie die Bundestagsfraktionschefin Alice Weidel wiederum thematisierten in Stellungnahmen genau diesen Aspekt.

Ece S. habe die deutsche Staatsbürgerschaft besessen und einen türkischen Migrationshintergrund, hieß es aus dem Innenministerium. Der türkische Botschafter Ahmet Basar Sen forderte eine lückenlose Aufklärung der Tat, welche die türkische Gemeinschaft stark verunsichert habe. Der Botschafter hatte am Morgen nach eigenen Angaben die Familie des gestorbenen Mädchens besucht. Er habe den Eltern die Anteilnahme der türkischen Gemeinschaft ausgesprochen, sagte Sen. Der Angriff sei ein Schock für alle.
 

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